Aktuelles

Besuch des ersten Saugatters in NRW


Am 14.03.2018 fand einer der vom Verein organisierten Termine im Saugatter in der Nähe von Lippstadt statt. Mit von der Partie waren 1 WL, 1 DL und 6 DD.

Das Gatter ist insgesamt rd. 4 ha groß. Es besteht aus einem Ruhegatter und einem Arbeitsgatter. Im Ruhgatter finden keinerlei Übungen mit Hunden statt. Das Arbeitsgatter ist überwiegend mit Salweiden, Buchen, Birken bestockt. Darunter wachsen Brombeeren, Farne und Goldraute, so dass in der Vegetationszeit reichlich Deckung für die Sauen vorhanden ist. Zwischen den beiden Gattern besteht ein Prägungskorridor, an dem insbesondere junge, vorsichtige oder traumatisierte Hunde an das Schwarzwild herangeführt werden. Hier wird auch zunächst geschaut, wie der an der Feldleine geführte Hund auf das hinter dem Wildzaun befindliche Schwarzwild reagiert. Gibt er Laut, reagiert er ängstlich oder gar zu heftig, etc.

Nach diesem ersten Eindruck verläuft die Übungseinheit nach dem ´žZehdenicker Modell“ in vier Schritten:

  • Hund wird an langer Feldleine bis auf Sicht an das Schwarzwild herangeführt.
  • Sichtig an Schwarzwild geschnallter Hund mit Unterstützung seines Führers
  • Hund wird zur selbständigen Suche / Arbeit geschickt und vom Führer unterstützt
  • Hund wird zur selbständigen Stöberarbeit geschnallt.

Im Arbeitsgatter befinden sich dabei immer nur der Hundeführer mit seinem Hund sowie der Gattermeister mit seinen Helfern. Daher kann über die Erfahrungen der übrigen Teilnehmer nur aus Erzählungen berichtet werden. Hunde, die zu selbstbewusst gearbeitet und einen bestimmten Abstand zum Schwarzwild unterschritten hatten, wurden von den selbstbewussten Sauen ´žangenommen“. Diese drehten dabei den Spieß um, verfolgten den Hund und bufften ihn, was dazu führte, dass diese Hunde Respekt bekamen und in der Folge deutlich vorsichtiger wurden. Einige Hunde waren zu Beginn noch etwas zaghaft und mussten angerüdet und zum Laut geben animiert werden. Teilweise wussten die Hunde instinktiv, dass sie es mit wehrhaftem Wild zu tuen hatten und attackierten infolge dessen zwar laut, hielten dabei aber immer einen ausreichenden Abstand.

Bei den Sauen handelte es sich um vier Überläufer, bei denen man erkennen konnte, dass sie sich ihrer Kraft und körperlichen Überlegenheit gegenüber unseren Hunden bewusst waren. Sie wirkten in keiner Weise gestresst, sondern schienen es eher als lästig zu empfinden, wenn ihnen ein Hund einmal zu nahe kam.

Auch wenn die Dauer der Übungseinheiten pro Hund in keinem Verhältnis zu der recht langen Anfahrt stand, es hat sich absolut gelohnt! Jeder Teilnehmer weiß nun, wie sein Hund an Schwarzwild reagiert und bekam zudem wertvolle Tipps vom sehr netten Gattermeister. Ein Besuch ist nicht nur denjenigen zu empfehlen, die mit ihren Hunden durchgehen. Da sich das Schwarzwild immer mehr ausbreitet und heute auch in der Feldflur bei Niederwildjagden, etwa in Gründüngungen anzutreffen ist, ist es beruhigend zu wissen, wie der Hund auf Sauen reagiert.

Fotos können leider keine beigesteuert werden, da im Gatter keine Fotos gemacht werden dürfen.

Justus Imm


Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Datenschutzerklärung lesen.


Akzeptieren